Projektbeschreibung

Die Gestaltung unseres Orgelprojekts stützt sich wesentlich auf die Begutachtung durch unseren beratenden Orgelsachverständigen Aart Bergwerff. Ausgangspunkt ist die Restaurierung der denkmalgeschützten Flaes-Orgel, wobei, wenn technisch möglich, eine Kopplung des Pedalwerks mit den Registern des Oberwerks geschaffen werden soll. Bisher kann man diese Register nur zu den Registern des Hauptwerks „zuschalten”. Mit der Kopplung würde das Klangspektrums auf der Grundlage des bestehenden Pfeifensatzes erweitert. Es wären dann mit weichen Klängen gefärbte Basslinien möglich. Ob das technisch tatsächlich umsetzbar ist, kann aber erst nach Ausbau der Mechanik festgestellt werden. Eine Genehmigung des Denkmalamts für diese Erweiterung liegt jedenfalls vor.

Für die Arbeiten muss die Orgel fast komplett demontiert und in Teilen in die Werkstatt des Orgelbauers gebracht werden; nur die Orgelfront bleibt stehen. Viel Arbeit ist beispielsweise bei der Pedalwindlade erforderlich, also dem Holzkasten, über den die Pfeifen des Pedals mit Luft versorgt werden. Im Augenblick steht diese Windlade so dicht am Orgelgehäuse, dass die Pfeifen nicht wirklich stimmbar sind. Daher soll die Pedalwindlade gedreht oder um etwa 4 cm verschoben werden. Dafür muss die gesamte Pedalmechanik angepasst werden, denn jede einzelne Orgelpfeife ist ja mechanisch über Drähte und das Registrierwerk an die zugehörige(n) Taste(n) gekoppelt. Außerdem müssen bei der Pedalwindlade die Schafslederdichtungen, durch die die Drähte für die Bedienung der Pfeifenventile verlaufen, erneuert werden.

Auch bei den Registern der beiden Manuale ist die Mechanik zur Zeit schwergängig und dejustiert. Die gesamte Mechanik muss daher wieder nachgeregelt werden; jegliches Spiel muss vermieden werden. Auch die Klaviatur mit den Manualen wird ganz ausgebaut, gereinigt und wo nötig wiederhergestellt.

Für die gedeckten Pfeifen gibt es Deckel, die die Pfeifen abschließen. Diese Deckel waren früher aus Papier gefertigt. Es ist nun angedacht, ein haltbareres Material zu verwenden und dieses mit Papier abzudecken, sodass sowohl der Denkmalpflege als auch der Haltbarkeit gedient ist.

Ebenfalls reparaturbedürftig ist der Magazinbalg, der die Luftzufuhr zu den Pfeifen reguliert. Sein Leder ist mit den Jahren brüchig geworden; die Lecks führen zu Nebengeräuschen und Druckschwankungen. Für Bälge wird Schafsleder verwendet, da es am flexibelsten und haltbarsten ist. Risse in den Holzteilen des Balgs werden durch Einleimen von Holz wiederhergestellt.

Die nach und nach angebrachten elektrischen Leitungen verlaufen zum Teil „freitragend“. Außerdem ist die Windmaschine, die den Luftdruck erzeugt, zur Zeit in einer nicht brandsicheren Kiste platziert. Daher werden die Elektrik der ganzen Orgel und ein Sicherungsschalter erneuert, und die Windmaschine bekommt eine brandsichere Kiste, wodurch in Zukunft auch das Motorengeräusch nicht so laut sein wird wie jetzt.

Das Gehäuse der Orgel weist diverse Beschädigungen auf, beispielsweise Löcher, wo einmal Leitungs­durch­führungen waren und wo anstelle des Holzes Schallmatten platziert wurden. Das Gehäuse soll vollständig ergänzt und die Reparatur durch Holzmalerei an das umgebende Material angepasst werden, so dass man sie nicht mehr erkennen kann. Diese „Feinmalerei” benötigt viele Arbeitsstunden, da die künstliche Holzmaserung nachgestaltet werden muss.

Wenn alle Einzelteile wieder in unserer Kirche eingebaut sind, muss die Orgel einer Grundstimmung unterzogen werden. Dies ist eine aufwendige Endregulierung, die nur ein sehr erfahrener Fachmann durchführen kann. Die Abstimmung des Klangvolumens innerhalb eines Registers - jedes Register muss in sich vollständig homogen sein - und die Abstimmung zwischen den Registern muss so gestaltet werden, dass ein optimaler Klang des gesamten Instrumentes erzielt wird.

Eine detailliertere Version dieser Projektbeschreibung steht in unserer Orgel-Sonderausgabe Alle Register. Hier finden Sie auch ausführliche Informationen zur Geschichte des Instruments und zur Finanzierung des Projekts sowie Interviews mit einigen unsrerer Organisten und der Orgel selbst(!).