Neues vom Orgelbauer: Eine Orgelbank für Organisten von heute

Pfeifen, Tasten, Pedale, Registerknöpfe, ein kompliziertes System von Stangen, Haken und Hebeln mit noch komplizierteren Bezeichnungen - die meisten Leute können etwas nennen, wenn man sie nach Teilen einer Orgel fragt. Ein Element wird fast nie genannt: die Orgelbank. Dabei liefert sie einen wesent­lichen Beitrag zum Orgelspiel: Nur wenn die Organisten sicher sitzen, können ihre Füße die Pedale gut bespielen. Um die volle Bandbreite des Instruments wirklich auszunutzen, müssen die Musiker auch auf der Bank hin- und hergleiten und genau "ihre" Sitzposition einnehmen können.

Unsere Orgelbank macht mit ihrem gepolsterten Ledersitz zunächst einen sehr luxuriösen Eindruck. Gerade diese Polsterung hat sich aber im Laufe der Jahre zum Nachteil entwickelt: Sie war inzwischen so weich und durchgesessen, dass ein Gleiten auf der entstandenen Berg-und-Tal-Landschaft nahezu unmöglich war. Und es gibt noch ein weiteres Problem: Menschen sind heutzutage größer. Der durch­schnittliche niederländische Mann ist heute fast 15 cm länger als sein Vorfahre zum Bauzeitpunkt der Orgel. Durch etwas anderes Positionieren der Orgelbank lässt sich das nur begrenzt ausgleichen, mit Rückenproblemen als Folge.

Unser Orgelbauer Elbertse hat deshalb vorgeschlagen, zwischen dem Gestell und der Sitzfläche eine (weitgehend unsichtbare) Mechanik einzubauen, so dass die Orgelbank an heutige Körpergrößen angepasst werden kann. Dieser Vorschlag wird mit Zustimmung des Denkmalschutzamtes umgesetzt. Mehr über die Entwicklungen bei der Orgelrestaurierung in unserem Orgelblog.

Bilder: links die alte Berg-und-Tal-Landschaft, rechts die erneuerte Polsterung